Strukturierung von Bauwerken in Infrastrukturobjekte
Für die Erfassung der Substanzdaten eines Bauwerks (Hauptinfrastrukturobjekt) muss dieses in eine Anzahl untergeordneter Infrastrukturobjekte (Baueinheiten, Bauwerksteile, Oberflächenschutz) zerlegt werden. Jedem Infrastrukturobjekt muss ein Infrastrukturobjekttyp aus dem Fachkatalog ITYP [1] zugeordnet werden. Dieser Fachkatalog enthält alle in KUBA verwendeten Infrastrukturobjekttypen zusammen mit einer eindeutigen Nummer. Der Katalog ist fachlich strukturiert und gewisse Nummernbänder fassen Infrastrukturobjekttypen mit ähnlichen Eigenschaften zusammen.
Die untergeordneten Infrastrukturobjekte werden auf eine logische Art aufgrund ihrer Geometrie, Funktion, der benutzten Konstruktionsmaterialien oder ihrer Herstellungsmethode gebildet. Die Aufgliederung muss den Belangen der Bauwerkserhaltung entsprechend nach Infrastrukturobjekttyp und -grösse erfolgen. Dies bedeutet, dass die Aufteilung in für die Überwachung und Unterhalt zweckmässige Grössen vorgenommen wird. Um den späteren Inspektionsaufwand möglichst gering zu halten, wird empfohlen, ein Bauwerk in eine möglichst geringe Anzahl Infrastrukturobjekte zu gliedern (jedoch so viele wie nötig). Es empfiehlt sich beispielsweise nicht, einen Brückenbelag feldweise als Infrastrukturobjekt zu erfassen, da dies bei der späteren Erfassung von Inspektionen und Massnahmen den Erfassungsaufwand vervielfacht. Ausserdem ist bei der Strukturierung die Auswertbarkeit der Substanzdaten zu berücksichtigen. Die Strukturierungsebenen sind so zu wählen, dass die erfassten Daten einfach und eindeutig ASTRA-weit ausgewertet werden können.
Als Grundlage für die Strukturierung verschiedener Bauwerkstypen können die Infrastrukturobjekte allgemein in Bauwerke, Bauwerksteile und Oberflächenschutz unterteilt werden. Diese Gruppen werden nicht als unterschiedliche Objekttypen erfasst, sondern werden alle als Infrastrukturobjekte, die jedoch einen unterschiedlichen Infrastrukturobjekttyp aufweisen, abgebildet. Je nach Infrastrukturobjekttyp ordnet sich ein Infrastrukturobjekt auf einer anderen Ebene der Bauwerksstruktur ein. Die Unterteilung in Bauwerksebene, Bauwerksteilebene und Oberflächenschutz ergibt sich wie folgt:
| Bauwerk (BW) | Infrastrukturobjekte, die ein komplettes, klar abgrenzbares Infrastrukturbauwerk abbilden.
Nummernband 11-19 und untergeordnete Ebenen im Fachkatalog Infrastrukturobjekttyp. |
| Bauwerksteil (BWT) | Infrastrukturobjekte, untergeordneter Ebenen, die einzelne nicht weiter unterteilte Elemente des Bauwerks abbilden.
Nummernband 21-91 ohne 51 und untergeordnete Ebenen im Fachkatalog Infrastrukturobjekttyp. |
| Oberflächenschutz (OS) | Infrastrukturobjekte, die den Oberflächenschutz eines Bauwerksteils abbilden und daher einem Infrastrukturobjekt dieser Gruppe zugeordnet sind.
Nummern 51 und untergeordnete Ebenen im Fachkatalog Infrastrukturobjekttyp. |
In KUBA 5 wurden zwei zusätzliche Infrastrukturobjekttypen zur Erweiterung der Bauwerksstruktur um weitere Ebenen eingeführt:
| Bauanlage (BA) | Infrastrukturobjekte, die auf der obersten Hierarchiestufe mehrere Bauwerke zu einer Einheit zusammenfassen.
Nummern 19 und untergeordnete Ebenen im Fachkatalog Infrastrukturobjekttyp. Einen Spezialfall der Bauanlage stellt eine Teilanlage dar, mit der eine Bauanlage weiter unterteilt werden kann. |
| Baueinheit (BE) | Infrastrukturobjekte, die unterhalb der Bauwerksebene mehrere Bauwerksteile zu einer Einheit zusammenfassen.
Nummern 20 und untergeordnete Ebenen im Fachkatalog Infrastrukturobjekttyp. |
Neben der Strukturierung mit Bauanlagen und Baueinheiten erlauben auch die übrigen Infrastrukturobjekttypen, soweit dies fachlich sinnvoll ist, eine Strukturierung auf verschiedenen Ebenen.
Damit können die Infrastrukturobjekte eines Bauwerks in theoretisch beliebigen Ebenen strukturiert werden. Für die meisten Bauwerke genügt jedoch ein dreistufiger Aufbau mit den oben beschriebenen Ebenen: Bauwerk, Bauwerksteile, Oberflächenschutz. Für die Erfassung von Inspektionen und die Planung von Massnahmen sind die Infrastrukturobjekte auf der Ebene der Bauwerksteile massgebend. Generell ist eine möglichst flache Strukturierung, die sich an den in diesem Dokument beschriebenen Standardstrukturen orientiert, zu wählen.
Quellen
- ↑ Bundesamt für Strassen ASTRA, 2011, IT-Dokumentation 62110 KUBA 5.0 Anwendungshandbuch - KUBA-DB, Bern