Leitfaden zur Bestimmung der Ausmasse
Anhang B des Datenerfassungshandbuchs — Leitfaden zur Bestimmung der Ausmasse der kostenbestimmenden Bauwerksteile und deren Segmente.
In der Abb. 1 werden die kostenbestimmenden Bauwerksteiltypen den KUBA Hierarchiekodes des Katalogs ITYP zugeordnet.
| Bauwerksteiltyp | KUBA Hierarchiekodes des Kataloges BET |
Einheit Ausmass | Siehe Seite |
| Widerlager | 31, 3101, 3102, 375, 3805, 3807, 3311 | m2 | 172 |
| Stütze, Pfeiler, Pylone, Ständer, Stiele, Wand, Mauer | 321, 3211, 3212, 3801, 3215, 3216, 322, 3221, 3222, 3223, 3224, 323, 3231, 3232, 3233, 3234, 3217, 3218, 3801, 3804, 3212, 3801, 3804 | m2 | 172 |
| Vollwandträger, Querträger | 3303, 3310, 373, 374, 3814, 3816 | m2 | 173 |
| Kastenträger | 3301, 373, 374, 3814, 3815 | m2 | 174 |
| Fachwerkträger | 3306, 373, 374, 3815, 3817 | m2 | 175 |
| Bogen, Gewölbe | 341, 343 | m2 | 175 |
| Platte, Plattenbalken, Trogquerschnitt | 371, 373, 374, 377, 3814, 3815, 3816 | m2 | 166 - 177 |
| Randbord | 3813 | m2 | 178 |
| Leitmauer, Brüstung | 660, 661, 662 | m2 | 178 |
| Lager, Gelenk | 391, 3912, 3913, 3918, 3919, 395, 3951, 3952 | Stk KM*: to |
179 |
| Fahrbahnübergang | 40, 401, 402, 403, 404, 405, 406 | m1 KM*: mm |
179 |
| Stützmauer | 3804, 3808, 3809, 3810, 3811, 3812 | m2 | 180 |
| Flügelmauer | 3806 | m2 | 181 |
| Rahmen / Rohr bei Durchlässen | 3013, 342, 344 | m2 | 181 |
| Rahmen bei Unterführungen | 3013, 3801, 3804, 371, 373, 3808, 342 | m2 | 182 |
| Stütze, Wand / Scheibe, Mauer und Decke bei Galerien | 321, 3211, 3212, 3213, 3801, 3215, 3216, 322, 3221, 3222, 3223, 3224, 3801, 3804, 3808, 3810, 3811, 3812, 371, 377, 5402 | m2 | 183 |
| Abdichtung, Belag | 540, 5403, 61, 631, 633, 635 | m2 | 184 |
| Leitschranke, Geländer | 663, 664 | m1 | 184 |
| *KM: Klassifikationsmerkmal (Dimensionierungskriterium); Dieses Merkmal hat einen Einfluss auf Einheitskosten | |||
Abb. 1 Kostenbestimmenden Bauwerksteiltypen
Die Bestimmung der Ausmasse
Die Erfassung der Bauwerksteilausmasse bzw. der Segmentausmasse ist unabdingbar für die Erhaltungsplanung. Die Bestimmung dieser Ausmasse ist auf den nachfolgenden Seiten anhand von Skizzen erläutert. Komplizierte Geometrien können mit vereinfachten Formeln berechnet werden da grundsätzlich eine Genauigkeit von ca. 10 % genügend ist.
Die Einheit, in welcher das Ausmass für ein Bauwerksteil oder dessen Segmente zu bestimmen ist, ist in Abb. 1 aufgeführt. In der Regel ist dies die Oberfläche in Quadratmeter, für Fahrbahnübergänge, Leitschranken und Geländer die Länge in Laufmeter (Breite der Brücke). Lager und Gelenke gehen als Stückzahl ein ([Stk]). Fahrbahnübergänge und Lager werden zusätzlich zum Ausmass über ein Klassifikationsmerkmal charakterisiert, welches allerdings nur auf die Einheitskosten einen Einfluss hat.
Die Gliederung eines Bauwerkes in Bauwerksteile und dessen Segmente hat aufgrund des zu erwartenden Verfallsverhaltens zu erfolgen. Dabei soll man restriktiv vorgehen und das Bauwerk in möglichst wenige Bauwerksteile und falls nötig in Segmente aufteilen. In der Regel sollten 15 Bauwerksteile bzw. Segmente pro Bauwerk ausreichen.
Grundsätzlich werden bei Brücken die Bauwerksteile Belag und Abdichtung erfasst. Bei der Bestimmung des Segmentausmasses von Betonfahrbahnplatten ist die obere Fahrbahnplatte getrennt von der unteren zu erfassen. Dasselbe gilt auch für Rahmen, die direkt befahren werden (unten Rahmenriegel, oben Fahrbahnplatte).

Abb. 2 Ansicht einer Brücke
Gesamthöhe einer Stütze [m]:
Für die Aufteilung der Stützen der Brücke in Segmente wird empfohlen den Spritzwasserbereich zu berücksichtigen. Dabei kann die Stützte in die folgenden Segmente aufgeteilt werden: HS1: 0 - 1.5 m, HS2: 1.5 - … m

Abb. 3 Widerlager (31, 3101, 3102, 375, 3805, 3807, 3311[1])
Ist die Oberkante des Fundaments unbekannt, so gilt die Höhe ab Terrain + 50 cm.
Die Berechnung des Ausmasses des Widerlagers erfolgt anhand einer vereinfachten Formel, da die Geometrie von Widerlagern im Allgemeinen kompliziert ist.

Abb. 4 Stütze, Pfeiler, Pylone, Ständer, Stiele, Wand, Mauer (321, 3211, 3212, 3801, 3215, 3216, 322, 3221, 3222, 3223, 3224, 323, 3231, 3232, 3233, 3234, 3217, 3218, 3801, 3804, 3212, 3801, 3804)
Htot/S:Länge der Stütze bzw. des Segmentes [m]
Ausmass der Stütze bzw. des Segmentes [m2]: A = U*Htot/S
Bei veränderlichem Querschnitt soll der mittlere Umfang verwendet werden.
Ist die Oberkante des Fundaments unbekannt, so gilt die Höhe ab Terrain + 50 cm.
Für die Aufteilung der Stütze in Segmente wird empfohlen diese gemäss ihrer Exposition (z.B. Spritzwasserbereich, geschützter Bereich, …) zu unterteilen. Um z.B. den Spritzwasserbereich zu berücksichtigen, kann die Stützte in die folgenden Segmente aufgeteilt werden: HS1: 0 - 1.5 m, HS2: 1.5 - …

Abb. 5 Vollwandträger, Querträger (3303, 3310, 373, 374, 3814, 3816)
Ausmass der unteren oder
Ausmass Fahrbahnabdichtung, Belag,

Abb. 6 Kastenträger (3301, 373, 374, 3814, 3815)
Ausmass Fahrbahnabdichtung, Belag,

Abb. 7 Fachwerkträger (3306, 373, 374, 3815, 3817)
Ausmass der unteren oder
Ausmass Fahrbahnabdichtung, Belag,
Zur Berechnung des Ausmasses eines Fachwerkes wird für den allgemeinem Fall die fiktive Oberfläche der Ansicht berechnet (z.B. räumliche Fachwerke, Windverbände, …)
*Die angegebene Formel gilt nur für parallele Gurte. Zur Berechnung des Ausmasses wird die fiktive Oberfläche der Ansicht des Fachwerkträgers berechnet. Das Ausmass von Trägern mit variabler Höhe kann sinngemäss berechnet werden, indem der Faktor 1(**) angepasst wird.

Abb. 8 Bogen, Gewölbe (341, 343)

Abb. 9 Platte[6] (371, 373, 374, 3815)
Ausmass Fahrbahnabdichtung, Belag,

Abb. 10 Plattenbalken (371, 377, 373, 374, 3814, 3816)
Ausmass Fahrbahnabdichtung, Belag,
Durch die Bestimmung des Ausmasses wird die gesamte Betonoberfläche erfasst.

Abb. 11 Trogquerschnitt (371, 373, 374)

Abb. 12 Randbord (3813)

Abb. 13 Leitmauer (tragende - und nicht tragende Leitmauer), Brüstung (660, 661, 662)

Abb. 14 Lager, Gelenk (391, 3912, 3913, 3918, 3919, 395, 3951, 3952)
In der Regel wird die Traglast eines Lagers durch den Hersteller angegeben. Sofern diese Information nicht verfügbar ist, kann die nachstehende Formel verwendet werden:
Klassifikationsmerkmal:

Abb. 15 Fahrbahnübergang (40)

Abb. 16 Bewegung von Fahrbahnübergängen in Brückenlängsrichtung (40)
Das Klassifikationsmerkmal der Bewegung bei Fahrbahnübergängen ist nur dann zu erfassen wenn die Bewegungsmöglichkeit mehr als 30 mm aufweist (wmax > 30 mm).
Sofern keine Information zur maximalen Bewegung der Fahrbahnübergänge verfügbar ist, können die untenstehenden Formeln für deren Abschätzung verwendet werden.
Bewegung des Fahrbahnübergangs auf der beweglichen Seite, sofern es sich um einen einseitig unverschieblich gelagerten Überbau handelt (Einflüsse von Temperaturschwankungen sowie des Schwindens und Kriechens sind in der Formel berücksichtigt).
Bei einer Instandsetzung (ohne Schwinden und Kriechen):

Abb. 17 Stützmauer (3804, 3808, 3809, 3810, 3811, 3812)

Abb. 18 Flügelmauer, Stützmauer bei Brücken und Durchlässen (3806)
Ist die Oberkante des Fundaments unbekannt, so gilt die Höhe ab Terrain + 50 cm.
Wenn der Übergang von Flügelmauer zur Stützmauer nicht klar ist, wird der Flügelmauer die Länge LF = H zugeordnet (d. h. wenn LF > H, dann wird LF = H der Flügelmauer zugeordnet). Die restliche Länge wird als Stützmauer erfasst (d. h. Länge der Stützmauer LSt = Ltot – H).

Abb. 19 Rahmen (geschlossen oder offen) / Rohr bei überschütteten Unterführungen und Durchlässen (301312, 342, 344)
Durchlässe / Unterführungen unterscheiden sich von Brücken in ihrer Länge. Beträgt die Länge weniger als 5 m handelt es ich um einen Durchlass / Unterführung. Bei Unterführungen wird zwischen schmalen (L1 > L2) und breiten (L1 < L2) Unterführungen unterschieden. Beträgt die "Breite" mehr als 80 m (L2 > 80 m) handelt es sich um einen Tagbautunnel (siehe auch Konvention in Kapitel 3.2.5.45).

Abb. 20 Rahmen bei Unterführungen (3013*, 3801, 3804, 371, 373, 3808, 342)
Ausmass der Bodenplatte*
Ausmass der Fahrbahnplatte bei
Wenn der Übergang von der Flügelmauer zur Stützmauer nicht klar ist, wird der Flügelmauer die Länge LF = H zugeordnet (d. h. wenn LF > H, dann wird LF = H der Flügelmauer zugeordnet). Die restliche Länge wird der Stützmauer zugeordnet.

Abb. 21 Stützen, Wand/Scheibe, Mauer und Decke bei Galerien (321, 3211, 3212, 3213, 3801, 3215, 3216, 322, 3221, 3222, 3223, 3224, 3801, 3804, 3808, 3810, 3811, 3812, 371, 377, 5402[12])
Für die Aufteilung der Stütze in Segmente wird empfohlen diese gemäss ihrer Exposition (z.B. Spritzwasserbereich, geschützter Bereich, …) zu unterteilen. Um z.B. den Spritzwasserbereich zu berücksichtigen, kann die Stütze in die folgenden Segmente aufgeteilt werden: HS1: 0 - 1.5 m, HS2: 1.5 - … m

Abb. 22 Fahrbahnabdichtung und Belag sowie Leitschranke/Geländer (5403, 540, 61, 631, 633, 635, 663, 664)
- ↑ Bei Spengwerken
- ↑ Sofern die Lagerbank inspizierbar ist
- ↑ Das Ausmass der Kragplatte ist im Ausmass der Fahrbahnplatte enthalten. Das Ausmass der unteren und der oberen Fahrbahnplatte ist separat zu erfassen.
- ↑ Das Ausmass der unteren und der oberen Fahrbahnplatte ist separat zu erfassen. Bei Kastenträgern mit sehr grossen Kragplatten sind die Kragplatten separat zu erfassen. Ausmass einer unteren oder einer oberen Kragplatte AKr u/o = (B – b – h/3) / 2*Ltot Das Ausmass der Fahrbahnplatte ist um das Ausmass der Kragplatten entsprechend zu reduzieren (d.h. AFp u/o red = AFp u/o - AKr u/o).
- ↑ Das Ausmass der Kragplatte ist im Ausmass der Fahrbahnplatte enthalten. Das Ausmass der unteren und der oberen Fahrbahnplatte ist separat zu erfassen.
- ↑ Die Vorspannung wird über die Bauart des Bauwerksteiltyps erfasst und berücksichtigt.
- ↑ Das Ausmass der Kragplatte ist im Ausmass der Fahrbahnplatte enthalten.
- ↑ Das Ausmass der Kragplatte ist im Ausmass der Fahrbahnplatte enthalten.
- ↑ Achse Widerlager bis Achse Widerlager
- ↑ Es können weitere Lager auftreten: Stützenfuss, Winddrucklager, … ; diese sind ebenfalls zu erfassen und ihre Traglast ist als Klassifikationsmerkmal anzugeben.
- ↑ Ist kein Belag vorhanden muss ebenfalls die Bodenplatte im Ausmass berücksichtigt werden. Das Ausmass des Rahmens beträgt somit A = 2*L2*(L1 + H) bzw. das Ausmass des Rohres A = ( L1*π – 0.3 b )*L2
- ↑ Einzig die Abdichtung der Decke wird u. U. berücksichtigt und zwar falls die Abdichtung der Decke separat von der Decke saniert werden kann.