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Schadensausmass

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ModusInfrastrukturobjekte
SubmodusInspektion
MediabereichObjektdaten
RegisterkarteSegmentierung
EigenschaftsgruppeSchadensausmass

Die kostenbestimmenden Infrastrukturobjekte können bei der Erfassung von Inspektionsdaten in Segmente unterteilt werden. Diese Unterteilung ist nur bei Infrastrukturobjekten gerechtfertigt, bei denen ein räumlich ungleichmässiges Langzeitverhalten vermutet oder festgestellt wird. Die Aufteilung einer Stütze in Segmente ist z. B. sinnvoll, wenn ein Teil dieser Stütze einer aggressiven Umgebung ausgesetzt wird (z. B. Spritzwasser) währendem übrige Teile davon nicht betroffen sind.

Um kostenbestimmende Infrastrukturobjekte in KUBA segmentieren zu können, muss für diese ein Ausmass und eine bestimmte Bauart erfasst sein. Ein Segment auf einem Infrastrukturobjekt wird definiert durch einen Schadensprozesstyp und einen Einfluss. Die Segmentierung kann wie folgt beschrieben vom Benutzer im Voraus oder fortlaufend definiert werden:

  • Die Segmentierung eines Infrastrukturobjekts in KUBA kann im Voraus definiert werden indem eine "nullte" Inspektion erfasst wird, welche dem Zeitpunkt der Abnahme entspricht. Im Submodus Inspektion eines Infrastrukturobjekts sind dann unter der Registerkarte Segmentierung schadenfreie Ausmasse mit ihren Schadensprozesstypen und Einflüssen zu erfassen. Diese schadenfreie Ausmasse entsprechen den Segmenten.
  • Die Segmentierung kann fortlaufend definiert werden indem Schäden, welche am Infrastrukturobjekt auftreten zu Schadensgruppen zusammengefasst werden. Ein Segment wird automatisch von KUBA gebildet, sobald eine Schadensgruppe erfasst wird. Schadensgruppen mit gleichem Schadensprozesstyp und Einfluss werden von KUBA zu einer Schadensgruppe zusammengefasst.

Hinweise, wie die Segmentierung von Infrastrukturobjekten im Voraus definiert werden sollte und wie deren Ausmass je nach Infrastrukturobjekttyp zu erfassen ist, sind im Leitfaden zur Bestimmung der Ausmasse gegeben. Ein Beispiel, wie die fortlaufende Segmentierung an Infrastrukturobjekten zu erfassen ist wird im Fortlaufende Segmentierung gegeben.

Da Tunnelbauwerke derzeit in KUBA-MS nicht berücksichtigt werden, bestehen hier auch keine kostenbestimmenden Infrastrukturobjekte, d.h. eine Segmentierung ist nicht möglich.

Konvention

Keine

Vorschrift

Wird an einem kostenbestimmenden Infrastrukturobjekt ein räumlich ungleichmässiges Langzeitverhalten vermutet oder festgestellt so ist dieses zu segmentieren

Schadensprozesstyp (SP)

MZ OBL BWT, OS 4 Zeichen + TXT 240 Zeichen K : FSPT

Konvention

  • Da mehrere Schadensprozesse auf ein Segment wirken können, ist der erwartete vorherrschende Schadensprozesstyp hier zu erfassen. Weitere Schadensprozesstypen können unter "Begleitende Schadensprozesse" erfasst werden.
  • Zur Unterscheidung und einheitlichen Bezeichnung der Schadensprozesstypen ist der Schadenskatalog in Anhang C zu verwenden.

Es wird zwischen den folgenden Schadensprozesstypen unterschieden:

  • Bewehrungskorrosion bei Stahlbeton: Karbonatisierung des Überdeckungsbetons verbunden mit Korrosion der oberflächennahen Bewehrung mit zunehmenden Betonabplatzungen oder Eindringen von Chloriden verbunden mit Lochfrasskorrosion.
  • Bewehrungskorrosion bei Spannbeton: Analog zur Bewehrungskorrosion bei Stahlbeton, jedoch zusätzlich Schäden der vorgespannten Bewehrungen, speziell an den Verankerungen, Kabelhoch- und -tiefpunkten.
  • Frost auf Betonoberflächen: Zerstörung des Korngefüges an der Oberfläche infolge Frostsprengung.
  • Ausblühung von Beton: fehlende oder beschädigte Entwässerung bzw. Abdichtung bedingen Vernässung, Ausblühungen, Ausspülung von Kalk bis zur Zerstörung des Betongefüges; Gefährdung des Korrosionsschutzes der Bewehrung.
  • Verfall von Mauerwerk: Zerstörung des Fugenmörtels und Zerfall des Mauwerksverbundes, Zerfall der Steine infolge Frosteinfluss.
  • Korrosion bei Baustahl: Zerstörung des Oberflächenschutzes und Querschnittsverminderung infolge Korrosion.
  • Verfall von Fahrbahnübergängen: Zerstörung des Anschlusses an den Belag, Lösung beweglicher Teile, Bildung von Undichtigkeiten und Einschränkung der Funktionstauglichkeit, Bruch von Teilen.
  • Verfall von Lagern: Abnützung der Verschleissteile (Gleitschicht), Korrosion von Stahlteilen, Lösung der Verankerung des Lagers.
  • Verfall von Fahrbahnabdichtung und Belag: mechanische Beschädigung der Belagsoberfläche, Zunahme von Verformungen (Spurrillen, thermische Verformungen), Bildung von Rissen, steigende Instandhaltungsaufwand (Kleinreparaturen), Verlust der Funktionstauglichkeit.
  • Alkali-Aggregat-Reaktion (AAR): Rissbildung, Ausblühungen und Abplatzungen aufgrund Alkali-Aggregat Reaktion im Beton.

Vorschrift

Keine

Einfluss (E)

MZ OBL BWT, OS 4 Zeichen + TXT 240 Zeichen K : FEFL

Konvention

Es wird zwischen keinem Einfluss, positivem Einfluss (verzögerter Verfall) und negativem (beschleunigter Verfall) Einfluss wie folgt unterschieden

  • Als Normalfall wird in diesem Feld der Eintrag "kein Einfluss" erfasst, was eine normale Aussetzung gegenüber den Umwelteinflüssen sowie eine normale Ausführungsqualität bedeutet.
  • Für die Segmente, die nicht direkt den atmosphärischen Bedingungen ausgesetzt sind, und die nicht chloridbelastet sind oder die eine gute Ausführungsqualität aufweisen, wird ein "positiver Einfluss" erfasst.
  • Im Gegensatz dazu ist für den atmosphärischen Bedingungen stark ausgesetzten Segmenten, die durch Chloride belastet sind oder die eine schwache Ausführungsqualität aufweisen, ein "negativer Einfluss" zu erfassen.

Eine ausführliche Beschreibung zur Erfassung des Einflusses findet sich im Leitfaden für Inspektoren von Kunstbauten [1].

Vorschrift

Fall Charakteristiken des Segmentes Beispiel Zu erfassender Einfluss
Normalfall Normales Klima

Sprühnebel

Normale Ausführungsqualität

Dem Verkehrsgeschehen abgewandter Bereich einer nicht-tragenden Leitmauer Kein Einfluss
Spezialfall Günstiges Klima

Keinerlei Belastung durch Chloride

Gute Ausführungsqualität

Innere Fläche des Hohlkastens einer Brücke Positiver

Einfluss

Ungünstiges Klima

Starke Belastung durch Chloride

Schlechte Ausführungsqualität

Dem Verkehrsgeschehen zugewandter Bereich einer nicht-tragenden Leitmauer Negativer

Einfluss

Lokalisierung

EZ OBL BWT 109 Zeichen -- -- --

Konvention

Keine

Vorschrift

Die Lokalisierung des Schadensausmasses bzw. Schadenfreien Ausmasses ist auf eindeutige Weise zu erfassen. Die Lokalisierung soll v. a. erlauben Schadensausmasse bei Folgeinspektionen wieder zu finden und die Schadensentwicklung über mehrere Inspektionen verfolgen zu können. Hierfür können u. a. Fotos geeignet sein

Begleitender Schadensprozess

MZ NOB BWT 4 Zeichen -- -- K : FSPT

Konvention

Unter begleitenden Schadensprozessen werden solche Schadensprozesse verstanden, welche neben dem vorherrschenden Schadensprozesstyp wirken aber von geringerer Bedeutung für den Verfall sind. Die geringere Bedeutung bezieht sich auf die zu erwartenden Schäden und daraus resultierende Kosten für Unterhaltsmassnahmen. Begleitende Schadensprozesse haben keinen Einfluss auf in KUBA-MS berechneten Verfall.

Vorschrift

Keine

Zustandsbeurteilung (ZK)

EZ OBL BWT 4 Zeichen -- -- K : FZKL

Konvention

  • Das Schadenausmass wird mit den fünf Zustandsklassen von 1 bis 5 charakterisiert.
  • Die fünf Zustandsklassen (ZK) stammen aus einem Fachwissenskatalog und haben die folgende Bedeutung:
    ZK 1 in gutem Zustand
    ZK 2 in annehmbaren Zustand
    ZK 3 in schadhaften Zustand
    ZK 4 in schlechten Zustand
    ZK 5 in alarmierendem Zustand.

Die Schadensprozesse sind anhand des Schadenkataloges in Anhang C zu bewerten.

Vorschrift

Keine

Schadensausmass

EZ OBL BWT Variabel -- -- --

Konvention

  • Das Ausmass ist eine Zahl mit höchstens zwei Ziffern nach dem Punkt. Es kann in der dem Infrastrukturobjekt zugeordneten Einheit oder in Prozent der Fläche des Infrastrukturobjekts angegeben werden. Zum Bsp.: 20.00 m² bzw. 40 %
  • Für alle Bauwerksteiltypen ausser Fahrbahnübergänge, Leitschranken, Geländer und Lager gilt die Einheit m².
  • Für Fahrbahnübergänge, Leitschranken und Geländer wird m’ verwendet.
  • Für Lager gilt die Einheit Stück (Stk.).
  • Das Schadensausmass ist (wo möglich) in der zutreffenden Einheit oder als prozentualer Anteil des Ausmasses des Infrastrukturobjekts einzugeben.
  • Bei der Erfassung der Schadensausmasse ist die Erfassungsweise der Ausmasse der Anleitung im Leitfaden zur Bestimmung der Ausmasse zu berücksichtigen.

Vorschrift

Ausgeführte Erhaltungsmassnahme

EZ OBL BWT AUT -- -- --

Konvention

Keine

Vorschrift

Wurde ein Schaden durch eine Erhaltungsmassnahme behoben, so ist diese bei der nächsten Inspektion hier zu erfassen.

Bemerkung

EZ NOB BWT 240 Zeichen -- -- -

Konvention

Keine

Vorschrift

Unter dem schadenfreien Ausmass einer Schadensgruppe ist deren Entwicklung im Vergleich zur vorangehenden Inspektion zu erfassen

Quellen

  1. ↑ Bundesamt für Strassen ASTRA, 2021, Leitfaden für Inspektoren von Kunstbauten, ASTRA, Bern
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